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Wohn-Riester 2026: Was sich ab 2027 ändert

Wie du dein angespartes Riester-Kapital clever für die Immobilienfinanzierung nutzt – und warum jetzt Eile geboten sein kann

von Carsten Hater

Gründer von bestebaufinanzierung.com
|
28.9.2026

Wohn-Riester bietet dir als Immobilienkäufer die Möglichkeit, dein angespartes Riester-Guthaben direkt für die Immobilienfinanzierung zu verwenden. Diese staatlich geförderte Form der Baufinanzierung kann erhebliche Vorteile bieten, bringt aber auch spezielle Regeln und Bedingungen mit sich.

Wichtig vorab: Der Bundestag hat die Reform der privaten Altersvorsorge beschlossen. Ab dem 1. Januar 2027 können keine neuen Riester-Verträge – und damit auch kein neuer Wohn-Riester – mehr abgeschlossen werden. An die Stelle tritt das neue "Altersvorsorgedepot". Wenn du schon einen Riester-Vertrag hast, ändert sich für dich zunächst nichts (Bestandsschutz). Wenn du noch keinen hast und Wohn-Riester für deine Baufinanzierung nutzen möchtest, bleibt dir dafür nur noch das laufende Jahr 2026. Was das für dich konkret bedeutet, erfährst du in diesem Ratgeber.

Backsteinhaus mit Reetdach in idyllischer Heidelandschaft unter blauem Himmel.
Inhaltsverzeichnis
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[fs-toc-h2]1. Was ist Wohn-Riester und wie funktioniert die Förderung?

Grundlagen der Wohn-Riester-Förderung

Wohn-Riester ist eine staatliche Förderung, die es dir ermöglicht, dein Riester-Guthaben für den Erwerb oder Bau einer selbstgenutzten Immobilie zu verwenden. Dabei kannst du sowohl das bereits angesparte Kapital als auch die laufenden Sparbeiträge für die Tilgung deines Baudarlehens einsetzen. Diese Form der Eigenheimfinanzierung kombiniert die Vorteile der Riester-Förderung mit dem Aufbau von Immobilienvermögen.

Die Förderung besteht aus staatlichen Zulagen und steuerlichen Vorteilen. Du erhältst jährlich eine Grundzulage sowie Kinderzulagen für jedes kindergeldberechtigte Kind. Zusätzlich kannst du die Riester-Beiträge bis zu einem bestimmten Höchstbetrag als Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Diese doppelte Förderung macht Wohn-Riester besonders für Familien mit Kindern attraktiv – noch für Verträge, die bis Ende 2026 abgeschlossen werden.

Voraussetzungen für Wohn-Riester

Um Wohn-Riester nutzen zu können, musst du bestimmte persönliche und objektbezogene Voraussetzungen erfüllen. Du musst zum förderberechtigten Personenkreis gehören, was grundsätzlich alle gesetzlich rentenversicherten Arbeitnehmer sowie bestimmte andere Gruppen umfasst. Die zu finanzierende Immobilie muss als Hauptwohnsitz selbst genutzt werden und in Deutschland oder einem anderen EU-Staat liegen.

Zentrale Voraussetzungen für Wohn-Riester:

  • Berechtigung zur Riester-Förderung (gesetzliche Rentenversicherung)
  • Selbstnutzung der Immobilie als Hauptwohnsitz
  • Mindestens 4 Prozent des Vorjahreseinkommens als Riester-Beitrag
  • Einhaltung der Mindestlaufzeit von 12 Jahren
  • Wohnsitz in Deutschland oder EU-Staat
  • Vertragsabschluss noch vor dem 1. Januar 2027

Die Höhe der Förderung richtet sich nach deinem Einkommen und der Anzahl deiner Kinder. Bei einem Jahreseinkommen bis 40.000 Euro erhältst du die volle Grundzulage, darüber hinaus reduziert sich die Förderung schrittweise. Für jedes Kind gibt es zusätzliche Zulagen, die je nach Geburtsjahr variieren.

Aktuelle Riester-Zulagen 2026

Die staatlichen Zulagen für Wohn-Riester betragen 2026 unverändert: Grundzulage 175 Euro jährlich pro Person, Kinderzulage 185 Euro für vor 2008 geborene Kinder und 300 Euro für ab 2008 geborene Kinder. Eine Familie mit zwei Kindern (geboren ab 2008) kann somit bis zu 775 Euro jährlich an staatlichen Zulagen erhalten. Zusätzlich sind steuerliche Abzüge bis zu 2.100 Euro pro Jahr möglich, wenn dies vorteilhafter ist als die Zulagen. Diese Werte gelten für alle Riester-Verträge, die noch bis Ende 2026 abgeschlossen werden bzw. bereits bestehen.

[fs-toc-h2]2. Wie kannst du Riester-Guthaben für die Baufinanzierung einsetzen?

Verwendungsmöglichkeiten des Riester-Kapitals

Das angesparte Riester-Guthaben kann auf verschiedene Weise für deine Immobilienfinanzierung genutzt werden. Du kannst das komplette Kapital als Eigenkapital einsetzen oder nur einen Teil davon verwenden und den Rest für die spätere Altersvorsorge behalten. Eine weitere Option ist die Entnahme zur Tilgung bestehender Baudarlehen, was die Finanzierungsdauer verkürzen kann.

Bei der Kapitalentnahme wird das Guthaben auf ein fiktives Wohnförderkonto übertragen. Dieses Konto wird mit einem festen Zinssatz von 2 Prozent jährlich verzinst, auch wenn keine weiteren Einzahlungen erfolgen. Im Rentenalter musst du dann das Guthaben dieses Wohnförderkontos versteuern, ähnlich wie bei einer klassischen Riester-Rente.

Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Finanzierungsformen

Wohn-Riester lässt sich hervorragend mit anderen Finanzierungsformen kombinieren. Du kannst beispielsweise einen Teil deines Eigenkapitals aus Riester-Mitteln bestreiten und den Rest über klassische Baudarlehen finanzieren. Auch die Kombination mit KfW-Förderungen oder anderen staatlichen Programmen ist möglich und oft besonders vorteilhaft.

Strategische Kombinationsmöglichkeiten:

  • Riester-Kapital als Eigenkapital plus klassisches Annuitätendarlehen
  • Kombination mit KfW-Förderprogrammen für energieeffizientes Bauen
  • Ergänzung durch Bausparverträge oder andere Sparformen
  • Parallele Nutzung von Arbeitnehmersparzulagen
  • Integration in bestehende Finanzierungskonzepte

Die optimale Kombination hängt von deiner individuellen Situation, deinem Einkommen und deinen langfristigen Zielen ab. Eine professionelle Beratung kann dir dabei helfen, die verschiedenen Möglichkeiten zu bewerten und die für dich vorteilhafteste Lösung zu finden.

[fs-toc-h2]3. Welche steuerlichen Vorteile bietet Wohn-Riester?

Steuerliche Behandlung während der Sparphase

Während der Ansparphase kannst du deine Riester-Beiträge als Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Der absetzbare Höchstbetrag liegt bei 2.100 Euro jährlich, vermindert um die erhaltenen Zulagen. Bei höheren Grenzsteuersätzen kann die steuerliche Ersparnis sogar höher ausfallen als die direkten Zulagen, wodurch sich eine zusätzliche Förderung ergibt.

Die Steuerersparnis wirkt wie eine zusätzliche Rendite auf deine Riester-Beiträge. Je höher dein Grenzsteuersatz, desto größer ist dieser Vorteil. Besonders bei mittleren bis höheren Einkommen kann die steuerliche Förderung den entscheidenden Unterschied machen und Wohn-Riester zu einer sehr attraktiven Finanzierungsform machen.

Nachgelagerte Besteuerung im Rentenalter

Das Wohnförderkonto wird im Rentenalter nachgelagert besteuert, allerdings zu den dann gültigen, oft niedrigeren Steuersätzen. Die Besteuerung erfolgt entweder als Einmalzahlung mit einem Abschlag von 30 Prozent oder verteilt über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren bis zum 85. Lebensjahr.

Steueroptimierung bei Wohn-Riester:

  • Maximale Ausnutzung der jährlichen Abzugsmöglichkeiten
  • Günstigere Besteuerung im Rentenalter durch niedrigere Steuersätze
  • Wahlrecht zwischen Einmalbesteuerung und Verteilung
  • Berücksichtigung des persönlichen Steuersatzes bei der Planung

Die nachgelagerte Besteuerung ist oft vorteilhaft, da die meisten Menschen im Rentenalter einen niedrigeren Steuersatz haben als während ihrer aktiven Berufstätigkeit. Mit unserem Baufinanzierungsrechner von bestebaufinanzierung.com kannst du die langfristigen Auswirkungen verschiedener Finanzierungsszenarien kalkulieren.

Beispielrechnung Steuerersparnis

Ein Arbeitnehmer mit 50.000 Euro Jahreseinkommen und 35% Grenzsteuersatz zahlt 2.100 Euro in seinen Wohn-Riester-Vertrag. Er erhält 175 Euro Grundzulage, kann also 1.925 Euro steuerlich absetzen. Die Steuerersparnis beträgt 674 Euro (35% von 1.925 Euro). Zusammen mit der Zulage ergibt sich eine Gesamtförderung von 849 Euro, was 40,4% seines Eigenbeitrags entspricht.

[fs-toc-h2]4. Wann lohnt sich Wohn-Riester für dich – und wann eher nicht mehr?

Zielgruppen für optimale Förderung

Wohn-Riester ist besonders vorteilhaft für Familien mit Kindern, da die Kinderzulagen die Förderung erheblich verstärken. Je mehr Kinder du hast, desto attraktiver wird diese Finanzierungsform. Auch bei mittleren Einkommen zwischen 30.000 und 60.000 Euro jährlich ist das Verhältnis von Eigenbeitrag zu Förderung besonders günstig.

Bei sehr hohen Einkommen kann die rein steuerliche Förderung ohne Zulagen bereits ausreichen, um Wohn-Riester interessant zu machen. Allerdings solltest du in diesem Fall prüfen, ob alternative Finanzierungsformen nicht noch vorteilhafter sind. Bei sehr niedrigen Einkommen kann der Mindestbeitrag von 60 Euro jährlich bereits ausreichen, um die volle Förderung zu erhalten.

Nachteile und Grenzen von Wohn-Riester

Trotz der attraktiven Förderung hat Wohn-Riester auch Nachteile, die du beachten solltest. Die Bindung an die Selbstnutzung der Immobilie schränkt deine Flexibilität ein. Bei einem Verkauf oder der Vermietung der Immobilie musst du das Guthaben des Wohnförderkontos zurückzahlen oder in einen neuen Riester-Vertrag übertragen.

Kritische Punkte bei Wohn-Riester:

  • Bindung an Selbstnutzung der Immobilie
  • Nachgelagerte Besteuerung im Alter
  • Komplexe Regelungen bei Umzug oder Verkauf
  • Begrenzte Flexibilität bei Änderung der Lebenssituation
  • Aufwändige Verwaltung und Dokumentation
  • Zeitfenster für einen Neuabschluss läuft Ende 2026 ab

Die Entscheidung für oder gegen Wohn-Riester sollte daher gut durchdacht sein und deine langfristigen Lebenspläne berücksichtigen. Neu hinzugekommen ist 2026 ein zeitlicher Faktor: Wer noch keinen Riester-Vertrag hat und über Wohn-Riester nachdenkt, muss diese Entscheidung realistisch noch in diesem Jahr treffen.

[fs-toc-h2]5. Wie beantragst du Wohn-Riester optimal?

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Antrag

Der Antrag auf Wohn-Riester erfolgt über einen zertifizierten Anbieter, meist eine Bank oder Bausparkasse. Du benötigst zunächst einen Riester-Vertrag, falls du noch keinen hast, und musst dann die Verwendung der Mittel für Wohnzwecke beantragen. Alle notwendigen Unterlagen solltest du sorgfältig zusammenstellen, um Verzögerungen zu vermeiden. Willst du noch einen neuen Vertrag abschließen, gilt: Je früher im Jahr 2026, desto mehr Sicherheit hast du, dass Abschluss und Antragstellung vor dem Stichtag 1. Januar 2027 vollständig abgewickelt sind.

Die Beantragung der Zulagen erfolgt über deinen Anbieter, der diese jährlich bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) beantragt. Du kannst einen Dauerzulagenantrag stellen, damit die Zulagen automatisch jedes Jahr beantragt werden. Dies erspart dir jährliche Formalitäten und stellt sicher, dass du keine Förderung verlierst.

Wichtige Dokumente und Fristen

Für den Antrag benötigst du verschiedene Unterlagen, die deine Berechtigung und die geplante Verwendung nachweisen. Dazu gehören Einkommensnachweise, Bescheinigungen über Kinder sowie Unterlagen zur geplanten Immobilie. Alle Dokumente sollten aktuell und vollständig sein, um eine reibungslose Bearbeitung zu gewährleisten.

Erforderliche Unterlagen für Wohn-Riester:

  • Einkommensteuerbescheid des Vorjahres
  • Bescheinigungen über kindergeldberechtigte Kinder
  • Immobilienunterlagen (Kaufvertrag, Bauvertrag)
  • Nachweis über geplante Eigennutzung
  • Finanzierungsplan der Gesamtinvestition

Die Fristen für Zulageanträge sind strikt einzuhalten. Zulagen können bis zu zwei Jahre rückwirkend beantragt werden, danach verfallen die Ansprüche. Eine frühzeitige Beantragung sichert dir die volle Förderung und vermeidet finanzielle Verluste durch versäumte Fristen.

[fs-toc-h2]6. Praktische Tipps zur Optimierung deiner Wohn-Riester-Strategie

Optimaler Einsatzzeitpunkt des Riester-Kapitals

Der Zeitpunkt der Kapitalentnahme kann erheblichen Einfluss auf die Vorteilhaftigkeit von Wohn-Riester haben. Eine frühe Entnahme reduziert die weitere Ansparzeit, kann aber durch gesparte Zinsen bei der Baufinanzierung kompensiert werden. Eine spätere Entnahme ermöglicht längere Kapitalbildung, reduziert aber nicht die aktuellen Finanzierungskosten.

Bei niedrigen Darlehenszinsen kann es sinnvoll sein, das Riester-Guthaben zunächst weiter anzusparen und erst später für Sondertilgungen zu verwenden. Beim aktuell wieder gestiegenen Zinsniveau ist der sofortige Einsatz als Eigenkapital für viele Haushalte meist vorteilhafter. Die optimale Strategie hängt von den konkreten Zinssätzen und deiner individuellen Situation ab.

Kombinationsstrategien mit anderen Förderprogrammen

Wohn-Riester lässt sich hervorragend mit anderen Förderprogrammen kombinieren, um die Gesamtfinanzierung zu optimieren. Besonders die Kombination mit KfW-Förderprogrammen für energieeffizientes Bauen kann erhebliche Vorteile bieten. Auch Bausparverträge können sinnvoll integriert werden, um verschiedene Finanzierungsphasen optimal abzudecken.

Erfolgreiche Kombinationsstrategien:

  • Wohn-Riester plus KfW-Effizienzhaus-Förderung
  • Integration von Bausparverträgen für spätere Modernisierungen
  • Nutzung regionaler Förderprogramme parallel zu Wohn-Riester
  • Kombination mit Arbeitnehmersparzulagen
  • Ergänzung durch private Altersvorsorge für ausgewogene Struktur

Die Kombination verschiedener Förderprogramme erfordert sorgfältige Planung, da sich die Programme teilweise gegenseitig ausschließen oder in ihrer Wirkung beeinflussen. Eine professionelle Beratung hilft dabei, die optimale Förderstrategie zu entwickeln.

[fs-toc-h2]7. Riester-Reform 2027: Was ändert sich und was bedeutet das für dich?

Der Bundestag hat das Altersvorsorgereformgesetz beschlossen, der Bundesrat hat am 8. Mai 2026 zugestimmt. Ab dem 1. Januar 2027 löst ein neues, kapitalmarktorientiertes Fördersystem die Riester-Rente für Neuverträge ab – das sogenannte Altersvorsorgedepot. Für dich als (angehenden) Wohn-Riester-Nutzer sind vor allem drei Punkte wichtig:

Bestandsschutz für bestehende Verträge: Hast du bereits einen Riester- bzw. Wohn-Riester-Vertrag abgeschlossen, ändert sich zunächst nichts. Du kannst ihn unverändert zu den bisherigen Konditionen weiterbesparen, inklusive aller Zulagen. Ein Zwang zum Wechsel besteht nicht.

Keine Neuabschlüsse mehr ab 2027: Wer noch keinen Riester-Vertrag hat, kann ab dem 1. Januar 2027 keinen mehr abschließen – auch keinen Wohn-Riester-Vertrag. Für Wohn-Riester als Baustein deiner Baufinanzierung bedeutet das: Das Fenster für einen Neuabschluss schließt sich Ende 2026.

Freiwilliger Wechsel möglich: Auch mit bestehendem Riester-Vertrag kannst du ab 2027 freiwillig in das neue Altersvorsorgedepot wechseln, ohne bereits erhaltene Zulagen zurückzahlen zu müssen. Wechsel-, Abschluss- und Vertriebskosten können dabei allerdings anfallen.

Was ist das Altersvorsorgedepot? Anders als bei Riester investierst du dabei direkt in Wertpapiere wie ETFs oder Fonds, ohne die bisher vorgeschriebene 100-prozentige Kapitalgarantie. Du kannst künftig zwischen Produkten mit 100-prozentiger, 80-prozentiger oder ganz ohne Garantie wählen. Die Förderung erfolgt beitragsproportional: Für jeden eingezahlten Euro Eigenleistung gibt es 30 Cent Grundzulage (ab 2029 voraussichtlich 35 Cent), bis zu einem Sparbetrag von 1.200 Euro jährlich. Eine Wohn-Riester-ähnliche Entnahmemöglichkeit für den Immobilienerwerb ist im Gesetzentwurf allerdings nicht in der gleichen Form vorgesehen wie bei Riester – Details zur konkreten Ausgestaltung stehen noch nicht vollständig fest.

Was heißt das für deine Entscheidung? Wenn Wohn-Riester für deine geplante Baufinanzierung infrage kommt, insbesondere weil du Kinder hast oder mittleres Einkommen beziehst, lohnt sich eine zeitnahe Prüfung noch in diesem Jahr. Wer erst 2027 oder später kauft und noch keinen Riester-Vertrag hat, sollte die Finanzierung ohne Wohn-Riester-Baustein planen und stattdessen die üblichen Fördermöglichkeiten wie KfW-Programme prüfen (siehe unseren Ratgeber zum Modernisierungskredit für energieeffizientes Bauen und Sanieren).

Hinweis: Details zur Umsetzung des Altersvorsorgedepots, insbesondere zu einer möglichen wohnwirtschaftlichen Entnahme, waren zum Stand August 2026 noch nicht vollständig final geregelt. Wir aktualisieren diesen Abschnitt, sobald weitere Details vorliegen.

[fs-toc-h2]8. FAQ - Häufige Fragen zu Wohn-Riester

Kann ich ab 2027 noch einen neuen Wohn-Riester-Vertrag abschließen?

‍Nein. Ab dem 1. Januar 2027 sind keine Neuabschlüsse von Riester-Verträgen, einschließlich Wohn-Riester, mehr möglich. Wer noch keinen Vertrag hat und diese Förderung nutzen möchte, muss den Abschluss noch 2026 vornehmen. An die Stelle tritt für Neukunden ab 2027 das neue Altersvorsorgedepot, das aber nach aktuellem Stand keine identische Entnahmemöglichkeit für den Immobilienerwerb bietet.

Kann ich mein komplettes Riester-Guthaben für die Baufinanzierung verwenden?

‍Ja, du kannst dein gesamtes angespartes Riester-Guthaben für den Immobilienerwerb oder die Entschuldung deiner Immobilie verwenden. Das Kapital wird dann auf ein fiktives Wohnförderkonto übertragen, das mit 2 Prozent jährlich verzinst wird. Im Rentenalter musst du dieses Guthaben versteuern.

Was passiert bei einem Umzug oder Verkauf der Immobilie?

‍Bei einem Umzug in eine neue selbstgenutzte Immobilie kannst du die Wohn-Riester-Förderung grundsätzlich übertragen. Bei einem Verkauf ohne Neukauf einer geförderten Immobilie musst du das Guthaben des Wohnförderkontos zurückzahlen oder in einen klassischen Riester-Vertrag übertragen.

Lohnt sich Wohn-Riester auch ohne Kinder?

‍Auch ohne Kinder kann Wohn-Riester vorteilhaft sein, besonders bei mittleren bis höheren Einkommen durch die steuerliche Förderung. Die Grundzulage von 175 Euro plus eventuelle Steuervorteile können je nach persönlicher Steuersituation eine attraktive Förderung darstellen.

Wie wird das Wohnförderkonto im Alter besteuert?

‍Das Wohnförderkonto wird im Rentenalter mit dem dann gültigen persönlichen Steuersatz besteuert. Du kannst zwischen einer Einmalbesteuerung mit 30 Prozent Abschlag oder einer Verteilung über mindestens 10 Jahre wählen. Da der Steuersatz im Alter meist niedriger ist, ergibt sich oft ein Steuervorteil.

Muss ich meinen bestehenden Riester-Vertrag wegen der Reform kündigen oder wechseln?

‍Nein. Bestehende Riester-Verträge, einschließlich Wohn-Riester, genießen Bestandsschutz und laufen unverändert mit den bisherigen Förderregeln weiter. Ein Wechsel ins neue Altersvorsorgedepot ist freiwillig möglich, aber nicht verpflichtend.

[fs-toc-h2]9. Fazit: Wohn-Riester als Baustein einer durchdachten Finanzierungsstrategie – mit begrenztem Zeitfenster

Wohn-Riester kann bei der richtigen Anwendung erhebliche finanzielle Vorteile bieten und deine Baufinanzierung spürbar entlasten. Die staatlichen Zulagen und steuerlichen Vorteile machen diese Finanzierungsform besonders für Familien mit Kindern und mittlere Einkommensbereiche attraktiv. Gleichzeitig solltest du die langfristigen Verpflichtungen und Einschränkungen sorgfältig abwägen.

Neu und wichtig für 2026: Wenn du noch keinen Riester-Vertrag hast und Wohn-Riester für deine Immobilienfinanzierung nutzen möchtest, ist dieses Jahr das letzte Fenster für einen Neuabschluss. Ab 2027 übernimmt das neue Altersvorsorgedepot die Förderung der privaten Altersvorsorge, bietet aber nach aktuellem Stand keine direkt vergleichbare Möglichkeit zur Immobilienfinanzierung. Bei stabilen Lebensverhältnissen, langfristiger Wohnplanung und passendem Zeitfenster überwiegen die Vorteile von Wohn-Riester weiterhin deutlich – die Entscheidung sollte jetzt nur zeitnäher getroffen werden als früher.

Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Finanzierungs- oder Steuerberatung. Alle Angaben zu Förderungen, Zulagen und der Riester-Reform beruhen auf dem Gesetzgebungsstand von August 2026 und können sich noch ändern, insbesondere die Details zum Altersvorsorgedepot. Stand: August 2026.

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Carsten Hater
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